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Donnerstag, 20. November 2014

Märchenhafter Gugl: Rotkäppchens Schokoladengugelhupf mit Mandeln, Kirschen und Chai-Glasur


Es war einmal...
 so fangen ja die meisten Märchen an.
 Jeder von uns kennt und liebt sie, aber immer seltener werden sie vorgelesen.
 Sei es die Zeit, die wir uns nicht mehr dafür nehmen
 oder der Lesegeschmack,der sich geändert hat 
oder die Angst, wie die lieben Kleinen auf die 'gruseligen' Märchen reagieren.

 Kinder sehen Märchen allerdings mit anderen Augen wie wir Erwachsenen.
 Märchen sind Magie und Zauberei. 
Alles ist möglich:
 Mitten im Wald steht auf einmal ein Haus ganz aus Lebkuchen,
 eine Prinzessin schläft 100 Jahre ohne zu altern,
 die vom Wolf verspeisten Menschen kommen unverzehrt wieder zum Vorschein!

 Schneeflocken werden uns von Frau Holle geschickt,
 aus Heu wird Gold gesponnen,
 ein Tischlein, dass sich von alleine deckt und
 Prinzessinnen, die auf einer Erbse schlafen 
und danach dringend einen Orthopädenbesuch bräuchten.


Es ist genau dieses magische Denken 
und die Phantasie, die angeregt wird und
warum Kinder noch heute Märchen genau so lieben wie vor 100 Jahren. 

 Auch ich denke gerne an meine Kindheit zurück.
 Ich war eine richtige Märchentante.
 Die Geschichten konnte ich auswendig mitsprechen 
und abends lag ich im Bett und machte mit meiner Mutter Märchenquiz:

 " Königstochter Jüngste! 
Lass mich rein! Ich will mit dir zusammen von einem Tellerlein speisen!"

 "Weiß wie Schnee, rot wie Blut und schwarz wie Ebenholz."

"Kikerikiiii,Kikerikiiii!
Unsere Goldmarie ist wieder hiiii...!"

 "Wo ist mein Kind? 
Wo ist mein Reh? 
Jetzt komm ich noch einmal und dann nimmer mehr!" 



Wie sehr ich mich doch auf die Weihnachtszeit freue...
 Weihnachtszeit ist Märchenzeit!
 Magie liegt in der Luft.
 Es wird kuscheliger und das ein oder andere Plätzchen wird genascht. 
Das ist die richtige Zeit für Märchen.
 Schnappt Euch also eure alten Märchenbücher und 
lest doch wieder einmal euer Lieblingsmärchen...



 Für das wundervolle Märchenevent von Christine und Steffi's Blog 
habe ich mich für einen Märchenklassiker entschieden: 
 Rotkäppchen
 Dafür habe ich einen leckeren Schokogugelhupf gebacken 
mit getrockneten Kirschen, ganzen Mandeln und einer Chai-Glasur, 
die schon leicht nach Weihnachten schmeckt.

... damit die Großmutter auch schnell wieder gesund wird!



Schokoladengugelhupf 
mit Mandeln, Kirschen und Chai-Glasur

100 g Mandeln
100 g getrocknete Kirschen
50 g gehackte Pistazien
250 g Zartbitterkuvertüre
200 g Butter
330 ml Kakao
250 g Zucker
250 g Mehl
1/2 Päckchen Backpulver
1 Prise Salz
2 Eier
--------------
etwas Butter zum Einfetten
Semmelbrösel
(Form:ca.24 cm)


Die Kuvertüre hacken und zusammen mit der Butter 
und dem Kakao erwärmen bis alles geschmolzen ist.
Zucker dazu geben und rühren bis er sich aufgelöst hat.
Die Masse abkühlen lassen.

Mehl, Backpulver und Salz unter die Kakaomasse ziehen.
Eier verquirlen und unter den Teig rühren.
Nüsse, Pistazien und Kirschen unterheben.
Gugelhupfform einfetten und mit Semmelbröseln ausstreuen.
Teig in die Form geben und bei 145°C ca.60-70 Minuten backen.
(Stäbchenprobe!!!)

Im Ofen abkühlen lassen und herausnehmen.


Für die Glasur:
(nach einem Rezept von 
'Zucker,Zimt und Liebe')

1 El Butter
3 El Milch
1 Teebeutel Chai
250 g Puderzucker

Für die Glasur die Butter in einem Topf zerlassen.
Die Milch dazu geben und leicht erwärmen.
Teebeutel ind die Butter-Milch-Flüssigkeit für 4 Minuten legen.
Anschließend Beutel ausdrücken und entfernen.
Puderzucker untermischen und so lange rühren,
bis eine streichfähige Glasur entsteht.

Auf den Kuchen geben 
und eventuell mit gehackten Mandeln garnieren.



Welches ist denn Euer Lieblingsmärchen?
Ich kann mich nur schwer entscheiden:
Die Gänsemagd vielleicht... oder Aschenputtel... vielleicht doch die sieben Schwäne...
oder Händel und Gretel..... ahhh, der Fischer und seine Frau... 
ich weiß es einfach nicht!
Ich liebe sie alle!

Salut... Eure mellimille


P.S. Schaut doch mal bei Christine und Steffi vorbei:

Banner Märchen quer
http://littleredtemptations.com/2014/04/23/blogevent-marchenzeit-backen-vorlesen-glucklich-sein/


Und wer noch mehr Ideen sucht für eine märchenhafte Weihnachtszeit, der findet sie hier:

Freitag, 20. Dezember 2013

"Frau Holle,schüttle doch bitte deine Kissen aus"…. leicht wie Schneeflöckchen: Cranberry Kisses und von Goldmarie gerettete süße Bauernbrote



Die gute alte Frau Holle…
Hat sie dieses Jahr denn die Pechmarie bei sich zur Arbeit eingestellt?

Kein einziges Flöckchen haben wir bisher hier gesehen
und laut sämtlicher Radiostationen im Hessenland,
 liegt die Wahrscheinlichkeit,
dass es weiße Weihnacht gibt bei unter 20 % .

Eigentlich nicht weiter schlimm,
denn über die Weihnachtsfeiertage sind wir eh viel mit dem Auto unterwegs,
aber so ein bisschen Frau-Holle-Feeling 
und die ein oder andere Schneeflocke
wäre schon schön,oder?!

Deswegen gibt es für Euch heute Cranberry Kisses,
die so leicht wie Schneeflocken sind
und auf der Zunge einfach weg schmilzen:




Cranberry Kisses
Sie sind so leicht,wie Frau Holles Schneeflocken
und schmilzen auf der Zunge.

200 g getrocknete Cranberrys
4 Eiweiß
2 Tl Zitronensaft
einige Tropfen rote Lebensmittelfarbe
2 Tl Zitronenabrieb
260 g Zucker

Cranberrys mit einem großen Messer grob hacken.
Eiweiße,Zitronensaft,16 Tropfen rote Lebensmittelfarbe
und Zitronenschale in eine Rührschüssel geben und mit den Schneebesen steif schlagen.
Nach und nach den Zucker einrieseln lassen 
und noch 1 Minute weiterschlagen.

Die Masse mit zwei feuchten Teelöffel in ca. 1,5 cm großen
Häufchen auf ein mit backpapier ausgelegtes Blech setzen.
Bei 130°C (Umluft 110°C) für 40-50 Minuten trocknen lassen.




…und gäbe es nicht die fleissige Goldmarie,
würden wir hier auf Erden nie Schnee sehen.
Deswegen danken wir es ihr mit einer kleinen Back-Homage:




Süße Bauernbrote 
Goldmarie war fleißig 
und hat sie rechtzeitig aus dem Ofen geholt.

Zutaten für ca. 40 Stück:

150 g Zartbitter-Schokolade
2 Eier (Größe M)
1 Eigelb (Größe M)
250 g Puderzucker
1 EL brauner Rum
1 TL Zimt
1 Msp. geriebene Muskatnuss
250 g gemahlene Mandeln
3 EL Mehl
Backpapier

Schokolade fein reiben oder im Universalzerkleinerer fein zerkleinern. 
Eier trennen. 
3 Eigelb, 150 g Puderzucker, Rum und Gewürze mit den Schneebesen des Handrührgerätes ca. 5 Minuten dick-schaumig rühren. 
Eiweiß steif schlagen. 
Mandeln, Schokolade, Mehl und Eischnee unter die Eigelbmasse heben. 
Zugedeckt ca. 30 Minuten kalt stellen. 
100 g Puderzucker in einen tiefen Teller geben. 
Aus der Masse ca. 40 ovale Laibchen formen und in Puderzucker wälzen. 
Auf 2 mit Backpapier ausgelegte Backbleche setzen. 
Nacheinander im vorgeheizten Backofen 
(E-Herd: 150 °C/ Umluft: 125 °C/ Gas: Stufe 1) 15-20 Minuten backen. 
Auskühlen lassen.

(Quelle: Papa mellimille
und lecker.de)




Frau Holle
Eine Witwe hatte zwei Töchter, davon war die eine schön und fleißig, die andere hässlich und faul. Sie hatte aber die hässliche und faule, weil sie ihre rechte Tochter war, viel lieber, und die andere musste alle Arbeit tun und das Aschenputtel im Hause sein. Das arme Mädchen musste sich täglich auf die große Straße bei einem Brunnen setzen und so viel spinnen, dass ihm das Blut aus den Fingern sprang.
Nun trug es sich zu, dass die Spule einmal ganz blutig war, da bückte es sich damit in den Brunnen und wollte sie abwaschen; sie sprang ihm aber aus der Hand und fiel hinab. Es weinte, lief zur Stiefmutter und erzählte ihr das Unglück. Sie schalt es aber so heftig und war so unbarmherzig, dass sie sprach: ,,Hast du die Spule hinunterfallen lassen, so hol' sie auch wieder herauf." Da ging das Mädchen zu dem Brunnen zurück und wusste nicht, was es anfangen sollte, und in seiner Herzensangst sprang es in den Brunnen hinein, um die Spule zu holen. 
Es verlor die Besinnung, und als es erwachte und wieder zu sich selber kam, war es auf einer schönen Wiese, wo die Sonne schien und vieltausend Blumen standen. Auf dieser Wiese ging es fort und kam zu einem Backofen, der war voller Brot; das Brot aber rief: ,,Ach, zieh' mich raus, zieh' mich raus, sonst verbrenn' ich, ich bin schon längst ausgebacken!" 
Da trat es hinzu und holte mit dem Brotschieber alles nacheinander heraus.
Danach ging es weiter und kam zu einem Baume, der hing voll Äpfel und rief ihm zu: ,,Ach, schüttle mich, schüttle mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif!" Da schüttelte es den Baum, dass die Äpfel fielen, als regneten sie, und schüttelte, bis keiner mehr oben war; und als es alle in einen Haufen zusammengelegt hatte, ging es wieder weiter.
Endlich kam es zu einem kleinen Hause, daraus guckte eine alte Frau; weil sie aber so große Zähne hatte, ward ihm Angst, und es wollte fortlaufen. Die alte Frau aber rief ihm nach: ,,Was fürchtest du dich, liebes Kind? Bleib' bei mir; wenn du alle Arbeit im Hause ordentlich tun willst, soll dir's gut gehen. Du musst nur Acht geben, dass du mein Bett gut machst und es fleißig aufschüttelst, dass die Federn fliegen, dann schneit es in der Welt; ich bin die Frau Holle." Weil die Alte ihm so gut zusprach, fasste sich das Mädchen ein Herz, willigte ein und begab sich in ihren Dienst. Es besorgte auch alles nach ihrer Zufriedenheit und schüttelte ihr das Bett immer auf, dass die Federn wie Schneeflocken umherflogen; dafür hatte es auch ein gut Leben bei ihr, kein böses Wort und alle Tage Gesottenes und Gebratenes. Nun war es eine Zeitlang bei der Frau Holle, da ward es traurig und wusste es anfangs selbst nicht, was ihm fehlte, endlich merkte es, dass es Heimweh hatte; ob es ihm hier gleich vieltausendmal besser ging als zu Hause, so hatte es doch ein Verlangen dahin. Endlich sagte es zu ihr: ,,Ich habe den Jammer nach Hause gekriegt, und wenn es mir auch noch so gut hier unten geht, so kann ich doch nicht länger bleiben, ich muss wieder hinauf zu den Meinigen." Die Frau Holle sagte: ,,Es gefällt mir, dass du wieder nach Hause verlangst, und weil du mir so treu gedient hast, so will ich dich selbst wieder hinaufbringen." Sie nahm es darauf bei der Hand und führte es vor ein großes Tor. Das Tor ward aufgetan, und wie das Mädchen gerade darunter stand, fiel ein gewaltiger Goldregen, und alles Gold blieb an ihm hängen, so dass es über und über davon bedeckt war.,, Das sollst du haben, weil du fleißig gewesen bist", sprach die Frau Holle und gab ihm auch die Spule wieder, die ihm in den Brunnen gefallen war. Darauf wurde das Tor verschlossen, und das Mädchen befand sich oben auf der Welt, nicht weit von seiner Mutter Haus; und als es in den Hof kam, saß der Hahn auf dem Brunnen und rief:
Kikeriki,
Unsere goldene Jungfrau ist wieder hie!"
Da ging es hinein zu seiner Mutter, und weil es so mit Gold gedeckt ankam, ward es von ihr und der Schwester gut aufgenommen.
Das Mädchen erzählte alles, was ihm begegnet war, und als die Mutter hörte, wie es zu dem großen Reichtum gekommen war, wollte sie der andern hässlichen und faulen Tochter gern dasselbe Glück verschaffen. Sie musste sich an den Brunnen setzen und spinnen; und damit ihre Spule blutig ward, stach sie sich in den Finger und stieß sich die Hand in die Dornenhecke. Dann warf sie die Spule in den Brunnen und sprang selber hinein. Sie kam, wie die andere, auf die schöne Wiese und ging auf demselben Pfade weiter. Als sie zu dem Backofen gelangte, schrie das Brot: ,,Ach, zieh' mich raus, sonst verbrenn' ich, ich bin schon längst ausgebacken!" Die Faule aber antwortete: ,,Da hätt' ich Lust, mich schmutzig zu machen!" und ging fort.
Bald kam sie zu dem Apfelbaum, der rief:,, Ach, schüttle mich, schüttle mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif!" Sie antwortete aber: ,,Du kommst mir recht, es könnte mir einer auf den Kopf fallen'" und ging damit weiter.
Als sie vor der Frau Holle Haus kam, fürchtete sie sich nicht, weil sie von ihren großen Zähnen schon gehört hatte, und verdingte sich gleich zu ihr. Am ersten Tag tat sie sich Gewalt an, war fleißig und folgte der Frau Holle, wenn sie ihr etwas sagte, denn sie dachte an das viele Gold, das sie ihr schenken würde; am zweiten Tag aber fing sie schon an zu faulenzen, am dritten noch mehr, da wollte sie morgens gar nicht aufstehen. Sie machte auch der Frau Holle das Bett nicht, wie sich's gebührte, und schüttelte es nicht, dass die Federn aufflogen. Das ward die Frau Holle bald müde und sagte ihr den Dienst auf. Die Faule war das wohl zufrieden und meinte, nun würde der Goldregen kommen; die Frau Hohe führte sie auch zu dem Tor, als sie aber darunter stand, ward statt des Goldes ein großer Kessel Pech ausgeschüttet.,, Das ist zur Belohnung deiner Dienste", sagte die Frau Holle und schloss das Tor zu. Da kam die Faule heim, aber sie war ganz mit Pech bedeckt, und der Hahn auf dem Brunnen, als er sie sah, rief:
Kikeriki,
Unsere schmutzige Jungfrau ist wieder hie!"
Das Pech aber blieb fest an ihr hängen und wollte, solange sie lebte nicht abgehen.
(Quelle: Gebrüder Grimm)



Ein wunderschönes 4. Adventswochenende
und

Salut… Eure mellimille


Mittwoch, 18. Dezember 2013

Nicht nur für wilde Räubertöchter: Knusprige Haferkekse



Kaum ein Keks ist schwedischer als dieser Haferkeks.
Und neben ABBA, Roxette und Prinzessin Viktoria
gibt es wohl Keine andere Schwedin,
die so für ihr Land steht wie Astrid Lindgren.

Ich habe als Kind ihre Bücher verschlungen 
und habe die Filme geliebt:
von der superstarken Pippi,
über die neunmalkluge Madita,
zur herzerweichenden Lotta aus der Krachmacherstraße
bis hin zu meiner wahren Heldin:
Ronja Räubertochter!

Sicherlich hätte Ronja nichts 
gegen eine Ladung Haferkekse zur Stärkung gehabt,
als sie mit Birk Borkasohn durch den Mattiswald streifte
 und die Irrlichter jagte.

Das Rezept ist angelehnt an die 'Doppeldecker-Haferkekse' 
von Persis:


Haferkekse
Nicht nur für wilde
Ronja Räubertöchter!


100g Butter
250 Haferflocken
50g Kokosraspel
2 Eier
1Tl Vanille Extrakt
250g Zucker
30g Mehl
2Tl Backpulver
250g Zartbitter Kuvertüre

Backofen auf 175° Ober/Unterhitze vorheizen. 
Die Butter schmelzen. 
Zusammen mit den Haferflocken, Kokosraspeln, Vanille, Zucker und Eiern mit einem Handmixer verrrühren. 
Mehl und Backpulver über die Mischung sieben 
und noch einmal durchrühren.  
Aus dem Teig feste Kugeln formen 
(etwas grösser als eine Marzipankartoffel) 
und mit genügend Abstand (!) 
auf ein Backblech legen. 
Leicht mit einem Teelöffel platt drücken und ca. 12-15 Minuten goldbraun backen. 
Auf einem Gitter abkühlen lassen. 
Die Kuvertüre schmelzen und über die Kekse träufeln.

(Quelle:http://yumlaut.de)




Ronja Räubertochter
Ronja ist die Tochter des Räuberhauptmanns Mattis und seiner Frau Lovis. Sie wächst auf der Mattisburg im Mattiswald zusammen mit ihren Eltern und deren Räuberbande auf, bis sie eines Tages Birk Borkasohn, den Sohn des verfeindeten Räuberhauptmanns Borka und dessen Frau Undis kennenlernt. Deren Bande, die Borkaräuber, hat sich in einem Gebäudeteil der Mattisburg eingenistet, der am Tag von Ronjas Geburt durch einen Blitzeinschlag vom Hauptbau getrennt wurde. Dieser Teil wird seitdem als Borkafeste bezeichnet.
Indem sie sich gegenseitig in brenzligen Situationen helfen, werden Ronja und Birk rasch beste Freunde, sehr zum Ärger ihrer verfeindeten Eltern, die sich gegen die tiefe Freundschaft der Kinder stellen. Als Mattis Birk gefangen nimmt und Ronja sich deshalb freiwillig in die Hände Borkas begibt, eskaliert der Konflikt zwischen den beiden Sippen. Ronja und Birk ziehen gemeinsam in die Bärenhöhle im Wald.
Mattis’ Sehnsucht nach seiner Tochter bewegt ihn schließlich dazu, mit Borka in Dialog zu treten, um den Konflikt zu lösen. Mattis will, dass Ronja auch Räuberin wird, aber Ronja hält, genauso wie Birk, vom Räuberhandwerk nur sehr wenig und entscheidet sich letztendlich gegen diesen Lebensweg.
(Quelle: Wikipedia) 




Knusprige und knuspernde Grüsse

und
Salut…Eure mellimille

Sonntag, 15. Dezember 2013

Weihnachtsgenüsse aus 1001 Nacht…. Gefüllte Marzipandatteln mit Pistazien



Heute möchte ich Euch entführen in die 
zauberhafte Märchenwelt des Orients.
In die Welt von Sherizade, Ali Baba
und dem kleinen Muck.

Märchen,
die mir als Kind von einer Welt erzählten,
die so ganz anders war als meine.

Mit Genüssen,
die ich so nicht kannte:
Datteln und Feigen.
Umhüllt mit kostbaren Marzipan
und Pistazienkernen.

So wie dieses Rezept von meinen gefüllten Datteln:
Macht es Euch gemütlich 
mit ein paar orientalischen Leckereien,
kocht euch dazu eine leckere Tasse heiße Schokolade 
mit weihnachtlichen Gewürzen
und lest die Geschichte vom kleinen Muck.

Weihnachten im Orient...



Gefüllte Datteln
Liebe Grüße aus dem Morgenland.
Der kleine Muck freut sich sehr.

180 g Marzipanrohmasse
70 g gehackte Pistazien
3/4 Pck. Back-Orange
300 g getrocknete
entsteinte Datteln
200 g weiße Kuvertüre

Marzipan grob würfeln und mit gehackten Pistazien 
und Back-Orange verkneten.
Die Masse ausrollen und in kleine Streifen 
(Größe eines Dattelsteines) schneiden.
Dattel damit füllen.
Kuvertüre schmelzen.
Gefüllte Datteln zur Hälfte eintauchen und mit einigen gehackten Pistazien bestreuen.
Auf Backpapier trocknen lassen.
Datteln sind kühl und dunkel gelagert 4 Wochen haltbar.

(Nach einer Idee aus: Süsse Geschenke zu Weihnachten)




Der kleine Muck
(von Wilhelm Hauff)

In der Stadt Nikäa wohnte ein kleiner Mann mit einem großen Kopf. Alle Menschen nannten ihn den kleinen Muck. Die Erwachsenen waren sehr höflich zum kleinen Muck. Aber die Kinder auf der Straße neckten und verspotteten ihn oft. Deshalb ging er nur einmal im Monat auf die Straße.
Der kleine Muck wohnte allein in einem prächtigen Haus mit einem schönen Dachgarten mit vielen schönen Blumen. Er ging gern in seinem Dachgarten spazieren.
Der kleine Muck war nur 120 cm groß. Sein Körper war zierlich. Aber sein Kopf war sehr groß und der Hals war lang und dünn. Auf dem Kopf trug der kleine Muck einen großen Turban. Er hatte ein altes blaues Mäntelchen an und große Pantoffeln an den Füßen. Seine Hosen wurden von einem breiten Gürtel festgehalten. In dem Gürtel steckte ein langer, krummer Dolch.
Jeden Monat warteten die Kinder auf den Tag, an dem der kleine Muck auf die Straße kam. Sie warteten vor der Haustür.
Wenn der kleine Muck aus der Haustür kam, dann tanzten sie ganz wild um ihn herum. Sie warfen Erbsen nach ihm und verspotteten ihn. Am liebsten sangen die Jungen ein Lied. Sie hatten das Lied selbst gedichtet:
„Kleiner Muck, kleiner Muck, wohnst in einem großen Haus, gehst jeden Monat einmal aus, bist ein braver kleiner Zwerg, hast ein Köpflein wie ein Berg. Schau dich einmal um und guck, lauf und fang uns, kleiner Muck!“
Wenn die Jungen das Lied sangen, dann lief das Männlein immer wie wild durch die Straßen. Die Jungen zupften ihn am Mantel oder hielten seinen Dolch fest. Der frechste Junge war Ali. Er ärgerte den alten kleinen Mann am meisten.
Eines Tages ärgerten die Jungen wieder den kleinen Muck. Ali war besonders wild. Er stellte dem kleinen Muck ein Bein. Der kleine Muck fiel auf die Straße. Die Jungen lachten. Ali lachte besonders laut. Aber bald lachte Ali nicht mehr, denn der kleine Muck stand auf und ging zu Alis Wohnhaus. Er klopfte an die Tür. Alis Vater kam heraus. Der Vater machte eine tiefe Verbeugung vor dem kleinen Mann und sagte: „Bitte, kommen Sie herein, Herr Muck.“
Der kleine Muck blieb lange bei Alis Vater.
Es wurde Abend. Ali getraute sich nicht nach Hause. Er hatte Angst vor Schlägen. Er wusste, dass sein Vater ihn immer hart bestrafte, wenn er frech war. Schließlich ging Ali doch nach Hause, denn er hatte Hunger und war sehr müde.
Der Vater stand schon hinter der Tür und sagte: „Heute warst du besonders frech und ungezogen. Herr Muck hat mir alles erzählt. Ich werde dich nicht schlagen. Ich will dich anders bestrafen. Du bekommst erst dann deine Mahlzeit, wenn ich dir die Geschichte von dem kleinen Muck erzählt habe :
Der kleine Muck hieß Mukrah. Seine Mutter war gestorben, als er noch ein kleines Kind war. Der Vater war ein armer Mann in Nikäa. Er konnte seinen Sohn nicht leiden, weil er so klein war und einen so großen Kopf hatte. Die Leute nannten den Jungen den kleinen Muck. Er war ein fröh- licher Junge. Er spielte gern und las viele Bücher. Nur manchmal war er etwas traurig, weil ihn alle Leute verspotteten.
Als der kleine Muck fast sechzehn Jahre alt war, starb sein Vater. Nun war der kleine Muck ganz allein. Aber bald kamen viele Verwandte. Sie jagten den jungen Mann aus dem Haus. Muck nahm den blauen Mantel seines Vaters und schnitt ihn unten und an den Ärmeln ab. Dann band er einen breiten Gürtel um und steckte den Dolch seines Vaters hinein. Zu- letzt setzte er einen großen Turban auf den Kopf und ging fröhlich zur Stadt hinaus.
Er wanderte auf einer breiten Straße. Er freute sich über die bunten Blumen am Wege und über die vielen Vögel auf den Bäumen. Er freute sich besonders, dass die Leute auf der Straße ihn nicht verspotteten.
Am Nachmittag kam er in eine kleine Stadt. Er war müde und hungrig. Er lief durch die Straßen. Er hatte kein Geld. Er konnte sich kein Essen kaufen. Da sah er ein großes, schönes Haus. Er blieb davor stehen und bewunderte das Haus. Da schaute eine alte Frau zum Fenster heraus und rief:
„Herbei, herbei!
Gekocht ist der Brei.
Der Tisch ist gedeckt, damit es euch schmeckt. Kommt alle herbei! Gekocht ist der Brei.“
Der kleine Muck war froh. „Jetzt bekomme ich mein Essen“, dachte er. Die Frau öffnete die Tür. Aus allen Straßen kamen viele Katzen. Sie rannten in das Haus hinein. Muck staunte und ging hinterher.
Die alte Frau sah den kleinen Muck unfreundlich an. Sie fragte: „Was willst du in meinem Haus?“ Der kleine Muck antwortete: „Du hast alle zum Essen eingeladen. Ich habe Hunger und freue mich auf den Brei.“ Da lachte die alte Frau und sagte: „Woher kommst du? Alle Leute in der Stadt wissen, dass ich nur für die Katzen koche. Ich bin die Frau Ahavzi. Und wie heißt du?“
Der kleine Muck erzählte Frau Ahavzi seine Erlebnisse und bat sie um etwas Katzenbrei. Die alte Frau hatte Mitleid. Sie gab dem kleinen Mann Essen und Trinken. Sie wartete, bis er satt war, dann sagte sie: „Bleib bei mir als mein Diener. Du hast wenig Arbeit. Du sollst nicht mehr Hunger und Durst leiden.“ Der kleine Muck war einverstanden und wurde nun Diener der Frau Ahavzi.
Seine Arbeit war leicht. Frau Ahavzi hatte zwei Kater und vier Katzen. Sie hatte ihre Katzen sehr lieb. Jeden Morgen musste Muck die Katzen waschen und kämmen. Wenn Frau Ahavzi spazieren ging, dann musste er auf die Katzen aufpassen und ihnen den Katzenbrei geben. Sie saßen dann um einen kleinen Tisch. Muck musste den Tisch decken und die Katzen bedienen. Abends musste Muck die Katzen in weiche Betten legen und mit schönen Decken zudecken.
Frau Ahavzi hatte auch ein Hündchen. Die Katzen ärgerten oft den kleinen Hund. Muck musste immer für Frieden und Ruhe sorgen. Frau Ahavzi konnte die Katzen viel besser leiden als das Hündchen. Dieses Hündchen wurde bald Mucks bester Freund.
In den ersten Wochen war die Arbeit besonders leicht. Die Katzen ge- horchten. Sie saßen still am Tisch und machten keine Unordnung im Haus. Bald aber wurden die Katzen sehr ungehorsam und unartig. Sie saßen nicht mehr still am Tisch, sondern sprangen in die Breischüsseln hinein. Der Brei spritzte auf die schönen Möbel und Teppiche. Die Katzen tobten auch im Zimmer herum und zerbrachen oft gutes Geschirr.
Wenn Frau Ahavzi nach Hause kam, setzten sich die Katzen still und brav auf ihre Polster und wedelten mit den Schwänzen. Frau Ahavzi ärgerte sich über die Unordnung und das kaputte Geschirr. Wenn Muck von den unartigen Katzen erzählte, dann glaubte sie ihm nicht. Sie schimpfte auf ihn und sagte oft: „Du bist an allem schuld. Meine Katzen sind immer brav. Sie machen keine Dummheiten. Du hast mein schönes Geschirr kaputtgemacht.“
Muck wurde sehr traurig. Er war wütend auf die ungehorsamen Katzen. Manchmal wollte er heimlich fortgehen. Aber er hatte kein Geld, denn Frau Ahavzi gab ihm keinen Lohn.
Ein Zimmer im Haus war immer verschlossen. Oft sah Muck Frau Ahavzi in dieses Zimmer gehen. Muck dachte: „In dem Zimmer ist bestimmt Geld versteckt.“
Eines Tages war die alte Frau wieder fortgegangen. Die Katzen waren besonders wild. Sie zerkratzten die Teppiche und zerbrachen viel Ge- schirr. Sie warfen die Polster im Zimmer herum. Muck stand traurig daneben. Er konnte nichts machen, denn die Katzen gehorchten ihm nicht mehr.
Plötzlich zupfte ihn das Hündchen an seinen Hosen. Es lief zu der verschlossenen Tür und öffnete sie. Das Hündchen ging hinein und Muck folgte ihm.
In dem Zimmer standen und lagen viele alte Sachen herum. Es war liederlich. Muck suchte nach Geld, aber er fand nichts. Da sah Muck eine schöne bunte Glasvase. Er wollte sie genau anschauen und ging näher an die Vase heran. Da stolperte er und warf die Vase um. Die kostbare Vase zerbrach und die Scherben flogen durch das Zimmer.
Der kleine Muck bekam große Angst. Er dachte: „Wenn Frau Ahavzi zurückkommt, dann ist sie bestimmt sehr böse und bestraft mich. Nun muss ich doch fortgehen.“
Er zog seinen Mantel an, band den Gürtel mit dem Dolch um und setzte seinen Turban auf. Aber seine Pantoffeln waren alt und kaputt.
Da brachte das Hündchen ein Paar sehr große, kostbare, goldbestickte Pantoffeln. Muck zog sie an. In der Ecke stand ein Spazierstock mit einem goldenen Löwenkopf. Muck nahm den Stock. Er verabschiedete sich von dem Hündchen. Dann ging er aus dem Haus und zur Stadt hinaus.
Er lief so schnell er konnte. Denn er hatte große Angst vor Frau Ahavzi. Aber bald war er müde. Er wollte stehen bleiben. Aber die Pantoffeln liefen mit ihm weiter. Sie zogen ihn mit Gewalt vorwärts. Er konnte nicht stehen bleiben. Da merkte der kleine Muck, dass er Zauberpantoffeln an den Füßen hatte. Er rief: „Oh halt, bleibt doch endlich stehen!“ Da hielten die Pantoffeln an und Muck fiel erschöpft am Straßenrand nieder.
Nach einer Weile stand er wieder auf, nahm die Pantoffeln in die Hand und ging barfuss zu einem Baum. Dort legte er sich in das Gras und schlief ein. Er träumte. Im Traum besuchte ihn das Hündchen von Frau Ahavzi und sagte: „Lieber Muck, die Pantoffeln und der Spazierstock sind Zauberdinge. Du kannst mit den Pantoffeln schneller laufen als alle anderen Menschen. Wenn du rufst: Halt! Dann bleiben sie stehen. Aber wenn du dich mit den Pantoffeln dreimal herumdrehst, dann fliegen sie mit dir an jeden Ort, den du dir wünschst. Der Spazierstock ist ein Zauberstab. Wenn der Stock dreimal auf die Erde schlägt, dann ist an dieser Stelle Gold versteckt. Schlägt der Stock zweimal, dann findest du Edel- steine in der Erde. Wenn er nur einmal aufschlägt, dann ist dort Silber versteckt. Auf Wiedersehen, lieber Muck!“ Dann verschwand das Hündchen.
Der kleine Muck wachte auf und freute sich über die beiden Zauberdinge. Er drehte sich dreimal mit den Pantoffeln um und wünschte sich in eine ferne, große Stadt. Plötzlich flog er durch die Luft und landete nach einer kurzen Zeit auf dem Marktplatz dieser großen Stadt.
Der kleine Muck ging auf dem Platz hin und her. Er überlegte sich, was er machen sollte, denn er hatte kein Geld. Da sah er an einer Hausmauer ein Plakat. Darauf stand:
Achtung!
Der König sucht einen schnellen Läufer. Wer gut laufen kann,
der soll sich sofort im Königsschloss melden. Der Oberläufer
Muck freute sich. Das war die richtige Arbeit für ihn. Er ging schnell zum Schloss.
Vor dem Schloss stand ein Soldat. Muck sagte: „Ich will mich als Läufer bei dem König melden.“ Der Soldat lachte laut. Andere Soldaten und Beamte kamen dazu. Der Soldat erzählte: „Dieser Zwerg will Läufer wer- den. Er ist ja viel zu klein. Sein Kopf ist viel zu groß und zu schwer. Die Beine sind zu kurz zum Laufen.“
Alle lachten und verspotteten den kleinen Muck. Da wurde ein Fenster im Schloss geöffnet. Der König schaute heraus und fragte: „Was ist los?“ Die Soldaten und Beamten erzählten ihm vom kleinen Muck. Muck musste in das Schloss zum König gehen. Der König sah den kleinen Mann und sagte: „Gut, du sollst morgen mit den schnellsten Männern der Stadt um die Wette laufen. Das wird ein schöner Spaß. Jetzt geh in die Küche. Dort bekommst du Abendessen. Schlaf dich heute Nacht gut aus, damit du morgen laufen kannst.“ Dabei lachte er König und alle anderen lachten mit.
Muck war zufrieden. Er wusste, dass er schneller war als der beste Läufer. Er aß sich satt, dann schlief er bis zum Morgen ruhig und zufrieden.
Am nächsten Morgen waren viele Leute unterwegs. Sie gingen zur Laufbahn. Dort standen die Läufer. Sie waren groß und schlank und hatten lange Beine. Der kleine Muck stand mitten unter ihnen. Auf der Tribüne saßen der König, die Prinzessinnen und die Prinzen und viele Beamte. Alle freuten sich auf den Spaß. Sie dachten, dass der kleine Muck den Wettlauf nicht gewinnt. Ein Beamter hob ein rotes Tuch hoch und rief: „Los!“ Im Nu sausten die Läufer davon. Sie liefen schnell wie der Blitz. Aber der kleine Muck überholte sie alle. Er lief als Sieger durch das Ziel.
Da staunten alle Leute. Der König rief den kleinen Mann zu sich und sagte: „Ich gratuliere dir. Ich ernenne dich zu meinem Oberläufer. Ich schenke dir ein Haus und bezahle dir jeden Monat 20 Goldstücke.“
Nun war der kleine Muck froh. Er war der beste Läufer des Königs. Der König schickte ihn oft in andere Städte mit Briefen und Befehlen.
Das war die richtige Arbeit für Mucks Zauberpantoffeln. Der König war sehr zufrieden mit dem schnellen kleinen Muck.
Aber die anderen Läufer und die Beamten waren neidisch. Sie sprachen schlecht über den kleinen Muck. Sie erzählten dem König Lügen über ihn. Aber der König sagte immer wieder: „Ich glaube euch nicht. Der kleine Muck kann schneller laufen als alle anderen. Das genügt mir.“
Der kleine Muck ärgerte sich über die neidischen Beamten. Er dachte: „Wenn ich den Beamten Geld gebe, dann reden sie vielleicht nicht mehr schlecht über mich.“ Aber er hatte nicht genug Geld. Eines Abends ging Muck im Schlosspark spazieren. Plötzlich klopfte sein Spazierstock unter einem Baum dreimal auf die Erde. Muck ritzte mit seinem Dolch ein Kreuz in den Baum und ging davon.
In der Nacht nahm er einen Spaten mit und ging heimlich in den Schlosspark. Bald hatte er den Baum mit dem Kreuz gefunden, denn der Mond schien hell. Muck grub ein Loch neben dem Baum. Das war eine schwere Arbeit für den kleinen Mann. Bald fand Muck in dem Loch einen Topf voll Goldstücke. Er steckte sich die Taschen voll Gold und machte das Loch wieder zu. Dann ging er nach Hause. Muck war nun reich. Er schenkte den Beamten und Soldaten viel Geld. Aber sie wurden noch neidischer. Sie gingen zum König und sagten: „Der kleine Muck hat uns viel Gold geschenkt. Er hat das Gold bestimmt aus der Schatzkammer gestohlen.“
Jetzt glaubte der König den Beamten. Er befahl Muck zu sich. Er sagte: „Du hast das Gold gestohlen. Ich werfe dich ins Gefängnis. Morgen wirst du hingerichtet!“ Muck hatte große Angst. Er erzählte dem König alles über die Zauberdinge. Der König nahm die Pantoffeln und den Spazierstock mit dem Löwenkopf und legte beide Zauberdinge in seine Schatzkammer. Die Soldaten jagten den kleinen Muck aus der Stadt.
Traurig ging der kleine Muck die Straße entlang. Er war barfuss, denn der König hatte seine Pantoffeln behalten. Bald schmerzten ihm die Füße. Er hatte Hunger und Durst. Er ging müde bis zu einem Bach. An dem Bach standen zwei Feigenbäume. Muck freute sich. Er pflückte schnell ein paar Feigen und aß und aß, bis er satt war. Nun wollte er Wasser aus dem Bach trinken. Da sah er im Bach sein Spiegelbild. Er erschrak, denn an seinem Kopf waren zwei lange Eselsohren gewachsen.
Der kleine Muck war sehr müde. Er vergaß seine langen Ohren und schlief ein. Im Traum besuchte ihn wieder das Hündchen von Frau Ahavzi. Es sagte: „Lieber kleiner Muck, sei nicht traurig. Du hast die Feigen von dem einen Feigenbaum gegessen und Eselsohren bekommen. Wenn du die Feigen von dem anderen Baum isst, dann verschwinden die langen Ohren. Viel Glück, kleiner Muck!“
Muck wachte auf. Er dachte an den Traum. Er aß einige Feigen von dem anderen Baum und schaute in den Bach. Richtig, die Eselsohren waren verschwunden. Nun war er glücklich. Er dachte an das Hündchen aus dem Traum. Er setzte sich an den Bach und überlegte. Da hatte er einen guten Gedanken. Er nahm zwei Tücher aus seinem Mantel. Er pflügte Feigen von dem ersten Baum und wickelte sie in das eine Tuch. Die Feigen von dem zweiten Baum packte er in das andere Tuch. Dann ging er in das nächste Dorf. Für wenig Geld kaufte er sich andere Kleidungsstücke. Dann malte er sich das Gesicht schwarz. Er setzte auch einen anderen Turban auf und ging wieder in die Königsstadt.
Er setzte sich auf den Marktplatz. Vor sich breitete er ein Tuch aus. Er legte darauf die Feigen von dem ersten Feigenbaum. Seine Feigen waren die größten und schönsten Früchte auf dem Markt. Viele Menschen wollten sie kaufen. Aber Muck machte einen hohen Preis.
Da kam der Küchenmeister des Königs. Er sah die herrlichen Feigen. Er wollte sie kaufen. Muck sagte den hohen Preis. Dem Küchenmeister gefielen die Früchte. Er kaufte sie.
Der König saß mit den Prinzessinnen, mit den Prinzen und mit den Beamten am Mittagstisch. Da brachte der Küchenmeister die großen Feigen auf einem silbernen Teller in den Saal. Sofort bekamen alle Appetit auf die herrlichen Früchte.
Der König nahm die erste Feige vom Teller. Dann verteilte er die an- deren Früchte an die Prinzessinnen, an die Prinzen und an die Beamten. Alle aßen die Feigen mit großem Appetit. Der König sagte: „Das sind die besten Feigen, die ich jemals gegessen habe.“
Plötzlich rief die jüngste Prinzessin: „Vater, du hast ja lange Ohren wie ein Esel. Das sieht aber lustig aus.“ Alle schauten zum König. Der König fasste an seine Ohren. Er merkte, dass die jüngste Prinzessin die Wahrheit gesagt hatte. Dann sagte er: „Ihr habt ja auch alle lange Eselsohren.“
Nun fassten sich alle an ihre Ohren. Alle entdeckten, dass sie lange Ohren hatten. Die Prinzessinnen hielten ihre Ohren fest und weinten. Der König, die Prinzen und die Beamten waren sehr wütend. Aber die Ohren blieben lang wie Eselsohren.
Der König rief seinen Arzt. Aber der Arzt konnte auch nicht helfen. Der König befahl: „Alle Ärzte der Stadt müssen in das Schloss kommen!“ Die Ärzte kamen. Sie überlegten lange. Schließlich schnitten sie einem Prinzen die langen Ohren ab. Der Prinz schrie vor Schmerzen. Aber die Ohren wuchsen noch länger nach. Nun waren alle Ärzte ratlos.
Der König schickte seine Läufer durch das Land. Sie sollten alle Ärzte im ganzen Land zum Schloss bringen. In der Stadt hingen viele Plakate.
Auf den Plakaten stand: Ich suche sofort einen guten Arzt. Der König
Der kleine Muck las das Plakat. Er freute sich über die List. Nun kaufte er sich andere Kleidung. Er band ein Tuch um den Kopf und setzte eine große Brille auf die Nase. Dann nahm er einige Feigen von dem zweiten Feigenbaum und ging zum Schloss.
Vor dem Schloss standen Soldaten. Muck sagte: „Ich bin Arzt. Ich muss sofort zum König.“ Ein Soldat begleitete den kleinen Muck zum König. Muck sah die vielen Eselsohren. Er musste aufpassen, dass er nicht laut lachte. Niemand erkannte den kleinen Muck in seiner Verkleidung.
Muck holte eine Feige aus seinem Mantel. Er gab sie einem Prinzen. Der Prinz aß die Feige. Im Nu waren die Eselsohren verschwunden. Nun wollten alle geheilt werden. Aber Muck sagte: „Zuerst will ich meinen Lohn haben.“
Da ging der König mit dem kleinen Muck in die Schatzkammer. Dort lagen Gold, Schmuck, Silber, Edelsteine, kostbare Vasen und viel Geld. Der König sagte zu Muck: „Du darfst dir heraussuchen, was du willst.“
Der kleine Muck suchte lange. Schließlich fand er in einer Ecke die Zauberpantoffeln und den Zauberstab. Er zog schnell die Pantoffeln an, nahm den Zauberstab und sagte: „Du dummer König. Ich heile dich nicht. Du sollst deine Eselsohren behalten bis zu deinem Tod. Ich bin der kleine Muck. Du hast mich ungerecht behandelt. Du hast mich fortgejagt. Jetzt hast du deine Strafe.“
Muck drehte sich dreimal mit seinen Pantoffeln um und wünschte sich weit weg in seine Heimatstadt Nikäa. Schnell flog er durch das Fenster davon. Der König und alle anderen behielten ihre langen Eselsohren.
In Nikäa lebte Muck in einem kleinen Haus. Er fand mit Hilfe seines Zauberstabes versteckte Schätze in den Parks und Gärten von Nikäa. Von dem Geld ließ er sich ein schönes Haus bauen. Alle Menschen in Nikäa achteten den kleinen Muck.
Alis Vater war fertig mit der Geschichte vom kleinen Muck. Nun durfte Ali auch essen. Am anderen Morgen ging Ali zum kleinen Muck. Er klopf- te an die Tür. Der kleine Muck kam heraus. Ali entschuldigte sich sehr höflich bei dem kleinen Mann. Muck war sehr freundlich. Er sagte: „Es ist gut. Wenn du weiter so höflich bleibst, darfst du mich oft besuchen. Ich will dir dann von fernen Ländern erzählen.“
Ali erzählte seinen Freunden die Geschichte vom kleinen Muck. Von diesem Tag an verspotteten die Kinder den kleinen Muck nicht mehr. Wenn sie ihn auf der Straße sahen, dann machten sie eine tiefe Verbeugung und sagten höflich: „Guten Tag, Herr Muck.“ Ali besuchte den kleinen Mann oft in dem schönen Haus. Immer konnte der kleine Muck etwas Interessantes erzählen.



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Salut….Eure mellimille