Samstag, 27. Mai 2023

Riz bi Haleeb // Arabischer Milchreis (aus Tunesien)


Tunesien - ein faszienierendes Land! 
Den einen Tag, den wir dort verbringen durften, reichte natürlich nicht aus um alles zu erleben und zu sehen. Aber in der Medina von Tunis fühlte ich mich wie in 1001 Nacht. Verwinkelte dunkle Gassen, die an der nächsten Abzweigung versteckte und sonnendurchflutete Innenhöfe auftun. 
Gewürze, Teeblätter, Nüsse, Datteln, Jasminblüten, bunte Stoffe und Teppiche in allen Farben und Formen. Große Moscheen, Mosaike, magentafarbene Blüten und Sträucher, die die Häuserwände hinaufklettern. Absolut märchenhaft!
Die Menschen sitzen vor ihren Geschäften und unterhalten sich und bieten (wenn auch manchmal etwas zu eifrig) ihre Ware an. 

Bei einer kleinen Pause darf natürlich ein Minztee nicht fehlen. Er ist relativ süß und wird gerne mit Pinienkerne gekocht, die dem Tee eine leicht nussige Note verleihen.
Auch sonst hat Tunesien kulinarisch einiges zu bieten: Chakchouka (eine Art Gemüsepfanne mit Tomaten, Paprika, Kartoffeln und Eier), verschiedene Arten an Fladenbrote, Lablabi (eine scharfe Kichererbsensuppe), Couscous mit diversen anderen Zutaten, Gerichte aus der Tajine, Brik (gefüllte Teigtaschen) und natürlich viele leckere Süßspeisen wie zum Beispiel Griesgebäckstücke mit Honig und Datteln, Baklava oder Riz bi Haleeb.


Diesem arabischen Milchreis können wir einfach nicht widerstehen! Er ist viel cremiger als der Milchreis, den wir von hier kennen und durch seine Gewürze wird er zu einem Traum aus 1001 Nacht! 
Orangenblüten, Rosenwasser, Vanille, Zimt... als Topping gibt es eine Mischung aus Pistazien, gerösteten Mandeln, Rosinen, getrockneten Physallis, Maulbeeren und Cranbeeries.
Sehr lecker schmeckt Riz bi Haleeb auch mit frischen Früchten wie z.B. verschiedenen Beeren, Mango oder Aprikosen.


Riz bi Haleeb
150 g Milchreis
1 Liter Vollmilch (!)
1 Prise Salz
200 ml Sahne
1 Stange Vanille
4-5 El Zucker
2 El Rosenwasser
1 El Orangenblütenwasser
.........
Zimt
geröstete Pistazien und Mandelblättchen
diverse Trockenfrüchte wie Rosinen, 
Cranbeeries, Physallis, Datteln, ect

Reis in eine Schüssel geben und mit heißem Wasser bedecken. Den Reis für eine Stunde einweichen und dann in einem Sieb abgießen.

Reis, Milch, Sahne, eine Prise Salz und das Mark einer Vanillestange in einem Topf zum Kochen bringen.
Die Temperatur runter drehen und den Milchreis für ca. 20 Minuten und ständigem Umrühren köcheln lassen.
Zucker, Rosenwasser und Orangenblütenwasser dazu geben und weitere 5 Minuten köcheln lassen.

Der Milchreis schmeckt warm wie auch kalt sehr gut.
Vor dem Servieren mit Nüssen, getrockneten Früchten, etwas Zimt, ect. bestreuen.



Lasst es euch gut gehen und
Salut... Eure mellimille

Montag, 22. Mai 2023

Granita al Caffé mit Brioche (aus Palermo)

 


Palermo - was für eine wunderschöne Stadt!
Ich durfte nun schon das zweite Mal Sizilien besuchen und diese Insel ist einfach faszienierend.
Zum Beispiel das Gebiet rund um den Vulkan Ätna mit seinen schwarz-grauen Dörfern und seiner rauen zerklüfteten Landschaft.
Zum Kontrast stehen die grünen Täler mit blühenden Zitronen- und Orangenbäume und in der Ferne das tiefblaue Meer.
Und wer einmal in Bronte war und dort Pistazien gegessen hat (Pistazienpesto, Pistaziencreme, Pistazieneis, Arrancini mit pistachio, Foccacia mit Pistazien,ect...) wird diesen einzigartigen Geschmack nie wieder vergessen und Pistazien aus Bronte immer herausschmecken. 

Sizilien hat kulinarisch einiges zu bieten: Arancini (gefüllte und frittierte Reiskugeln), Pasta alla Norma (Nudeln mit Tomatensauce, Ricotta, Basilikum und Auberginen), Cannoli ( knusprige, gefüllte Teigröllchen zB mit Ricotta, Schokoladencreme...), Cassata (Biskuitkuchen mit Schokolade, Pistazien, Marzipan), Pistachio Pesto (ein Pesto aus Pistazien und Olivenöl) und Granita mit Brioche.

Ihr wundert euch vielleicht über die Kombination "Brioche mit Granita", aber auf Sizilien ist es das (Sommer-) Frühstück schlechthin.
Die Sizilianer schlürfen oder löffeln morgens ihre eiskalte Granita und  essen dazu ein luftiges (meist noch leicht warmes) Brioche.
Die typische Form des Brioche zeichnet sich durch den kleinen Knubbel ("Tubbo") auf dem runden Brötchen.
Wie sagte meine sizilianische Freundin zu mir: "Granita ohne Brioche??? Undenkbar!!!"
Sie hatte so Recht, denn diese Kombination ist ein wahres Dreamteam!



Brioche
Für ca. 8 Brioche

250 ml Milch
1 Würfel Hefe
500 g Mehl
70 g Zucker
1 Ei (M)
60 g kalte Butter

1 Eigelb und 2 El Milch zum Bepinseln


Die Milch lauwarm erwärmen und die Hefe rein bröseln und in der Milch vollständig auflösen.
Mehl und Zucker vermischen. Das Ei dazugeben und unterrühren. 
Die Hefe-Milch-Mischung hinzufügen und 3 Minuten kneten.
Wenn der Teig zu einer klebrigen und festen Masse geworden ist, die kalte Butter (!) in Stückchen zugeben und weitere 5 Minuten kneten. Der Teig sollte glatt, glänzend und elastisch sein.

Aus dem Teig 9 Kugeln formen. Aus der 9. Kugel werden 8 gleichgroße Kügelchen geformt.
Die kleinen Kügelchen nun auf die großen Kugeln setzen und anschließend die Teigkugeln nebeneinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen (auf genügend Abstand achten!)
Abgedeckt für 20 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Ein weiteres Backblech mit 1 Liter Wasser befüllen und in die unterste Schiene einschieben.
Die Brioche mit einer Mischung aus 1 Eigelb und 2 Esslöffel Milch bepinseln und in den noch kalten Backofen (!) geben. Bei 190 °C Umluft ca. 25 Minuten goldgelb backen (evtl. mit Alufolie abdecken, wenn sie zu braun werden).




Granita

600 ml Espresso
6-7 El Zucker
....................
Schlagsahne
1 Tl Zucker

Den Espresso kochen und mit dem Zucker süßen (der Espresso sollte stark gesüsst sein, denn das Gefrieren reduziert den süßen Geschmack).
Espresso abkühlen lassen.
Den Espresso in eine verschließbare flache Dose/Schüssel füllen und in den Gefrierer geben.
Während des Gefrierens öfters mit einer Gabel den Espresso umrühren, damit die feinen Eiskristalle und kein fester Eisblock entstehen.
Nach ca. 6-7 Stunden bekommt das Granita die richtige Konsistenz.

Vor dem Servieren die Schlagsahne mit dem Zucker steif schlagen.
Die Granita auf Gläser verteilen und zusammen mit der Schlagsahne und dem Brioche servieren.



Lasst es Euch gut gehen und
Salut.... Eure mellimille

Dienstag, 16. Mai 2023

Sfogliatelle (aus Neapel)


Inspiriert durch unsere Mittelmeerreise gibt es für Euch in den nächsten fünf Beiträgen einen kleinen kulinarischen Reiseführer.
Neapel, Palermo, Tunis, Barcelona und Marseille haben da einiges zu bieten und ihr dürft gespannt sein.
Den Anfang meiner kleinen kulinarischen Reise macht heute Neapel:

In Neapel gibt es kulinarisch einiges zu entdecken: Pizza fritta (eine Art frittierte Calzone), Fritto Misto (frittierte Meeresfrüchte), Chrocché (gebratenes Kartoffelpüree), Babá (Hefegebäck in Rum), Friarelli (Gemüse, dass nur nur in den Gebieten der Provinz Neapel und des Vesuvs wächst), natürlich Neapolitanische Pizza (dicker Rand, dünner Teig in der Mitte) und Sfogliatelle.



Sfogliatelle wird aus einem hauchdünnen Blätterteig hergestellt und wird mit einer süßen Ricottacreme gefüllt, die mit etwas Zimt, Orangenblütenaroma und evtl. einigen Schokoladendrops abgeschmeckt wird.

Durch eine spezielle Zubereitung des Blätterteigs sind die Blätterteigschichten aufgefächert und macht die Sfogliatelle besonders kross.
Die Zubereitung ist besonders aufwendig und so greifen die italienischen Mammas und Nonnas gerne auch zu einer Art Mürbeteig oder fertigen Blätterteig.

Ich habe heute das Rezept für die 'Schnelle Nummer' und habe fertigen Blätterteig genommen.
Gerne werden die Sfogliatelle lauwarm gegessen und dazu ein Caffè getrunken.



Sfogliatelle

1 Rolle frischer Blätterteig
125 g Ricotta
80 g Zucker
80 g Schokoladendrops
1 Eigelb
etwas brauner Zucker
Puderzucker
.....................................
optional: 1-2 Prisen Zimt und 
1 Tl Orangenblütenaroma

Ricotta mit 80 g Zucker, Zimt und Orangenblüttenaroma glatt rühren, anschließend die Schokoladendrops unterrühren.
Den Blätterteig in 6 gleichgroße ( ca. 12cm x 13,5 cm) Quadrate schneiden.
An der schmaleren Seite werden bei jedem Quadrat mit einem Pizzaroller, bis zur Hälfte des Quadrates, feine Teigstreifen geschnitten. Mit verquirlten Eigelb einstreichen und die andere "ungeschnittene" Hälfte des Quadrates wird darüber geklappt, so dass ein Rechteck entsteht.
Nun kommt ca. 1 El Ricottafüllung in die Mitte.
Beide Seiten des Rechteckes über die Füllung klappen, so dass ein Dreieck entsteht.
Das Dreieck mit der Naht nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
Die Dreiecke mit dem restlichen Eigelb bepinseln und mit etwas braunen Zucker bestreuen.
Im vorgeheizten Backofen bei 180°C Umluft für 20 Minuten goldgelb backen.
Aus dem Ofen nehmen, etwas abkühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen.
Lauwarm servieren. (Schmeckt aber auch kalt.)


Lasst es Euch gute gehen und
Salut... Eure mellimille