Mittwoch, 17. Juli 2019

Schwedischer Aprikosen-Mandelkuchen


Dieses Jahr hängen unsere Obstbäume voll mit den süssesten Früchten: Kirschen, Pfirsische, Zwetchgen, Aprikosen....
Ich freue mich jetzt schon darauf alles in der Küche zu verarbeiten. Leckeren Blechkuchen, Chutneys für die Grillabende, Marmelade...
Ich liebe es, einfach ein paar Schritte raus in den Garten zu gehen und dann Kräuter, Gemüse oder Obst zu ernten und frisch in der Küche zu verwenden. 




Start macht dieses Jahr dieser leckere Aprikosen-Mandelkuchen, der sich auch wunderbar als Blechkuchen verwenden lässt. Dafür einfach die doppelte Menge zubereiten. 
Die Mischung von Orange mit Tonkabohne, den säuerlichen Aprikosen und der Zuckerkruste ist eine wahre Geschmacksexplosion.


Schwedischer
Aprikosen-Mandelkuchen
125 g Butter
200 g Zucker
2 Eier
1 Prise Salz
2 Tl Vanillezucker
150 g Mehl
2 Tl Backpulver
100 g Mandelblättchen
geriebene Tonkabohne
Abrieb von einer Bio-Orange
5-6 Aprikosen
2-3 El Zucker, Puderzucker

Ofen auf 160°C Umluft vorheizen.
Eine Springform mit Backpapier auslegen.
Die Eier mit dem Zucker gut verrühren.
Salz,Vanillezucker, geriebene Tonkabohne und Orangenabrieb zufügen.
Verrühren.
Mehl mit dem Backpulver zusammen einrühren.
Die Butter schmelzen und dazugeben. 
Alles zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten.
In die Form füllen.
Die Aprikosen, putzen, halbieren und entkernen. 
Die Aprikosenhälften auf den Teig legen und leicht rein drücken.
Die Mandeln und den Zucker auf dem Teig verteilen.
Kuchen für 25-30 Minuten backen.
Abkühlen lassen.
Mit Puderzucker bestreuen.



Lasst es euch schmecken und
Salut... Eure mellimille


Mittwoch, 12. Juni 2019

Midsommar-Picknick am See: Lachs-Focaccia, Melonensalat mit Pistazienpesto, Brotstulle mit Ziegenfrischkäseaufstrich, Crème-fraîche-Guglhupf mit Blaubeeren, Rhabarber-Erdbeeren-Crumble, Ingwer-Zitronen-Minz-Limonade



Hey!Hey!Natürlich lade ich euch wie jedes Jahr hier auf meinem Blog zum Mittsommerfest ein. 
Am 22. Juni diesen Jahres ist es wieder soweit und in Schweden wird der Sommer eingeläutet. Mittsommer ist der längste Tag des Jahres, der schon seit Urzeiten in Schweden groß gefeiert wird und neben Weihnachten einer der wichtigsten Feiertage ist.
Es wird gemeinsam die Mittsommerstange aufgebaut und um sie herum getanzt. Es gibt Hering, Lachs und viele andere Leckereien und natürlich darf Nubbe (Schnaps) nicht fehlen.
Der Sommer beginnt und alles wird fein zurecht gemacht. Überall blühen die Blumen und die Kornfelder leuchten goldgelb, während vom blauen Himmel die Sonne lacht.




Uns zieht es dieses Jahr an den See um das magische Mittsommerfest zu feiern. 
In der Küche werden vormittags ein paar Leckereien gezaubert und anschließend im Picknickkorb verstaut. Am Spätnachmittag geht es dann mit der Family und Freunden an den See, um stundenlang auf der Picknickdecke zu sitzen, um zusammen zu quatschen, zu lachen, zu trinken und natürlich um zu essen. Mit vollen Bäuchen geniessen wir dann glücklich den Abend und sind froh, dass wir alle zusammen sind!




Crème-fraîche-Guglhupf 
Mit Blaubeeren

3 Eier
90 g Zucker
1 Tl Vanillezucker
Abrieb und Saft von einer Bio Zitrone
100 g Crème fraîche
50 ml Sonnenblumenöl
180 g Mehl
150 g Blaubeeren

Backofen auf 150°C Umluft vorheizen und die Guglhupfform (ca. 1,5 l ) einfetten.
Eier, Zucker, Zitronenabrieb und Vanillezucker in einer Schüssel mit dem Handrührgerät zu einer dicken Creme aufschlagen.
Crème fraîche, Zitronensaft und Öl nach und nach dazugeben und verrühren.
Mehl unterrühren und die gewaschenen Blaubeeren mit einem Löffel vorsichtig unterheben.
Den Teig in die Form füllen und im Backofen für 40-45 Minuten backen.
30 Minuten in der Form abkühlen lassen und auf einen Teller stürzen oder in der Form mit zum Picknick nehmen.



Ich liebe die schwedische Küche! Sie ist nicht überkandidelt oder gekünstelt, sondern pur und echt. Die meisten Leckereien sind easy-peasy zubereitet und lassen sich hervorragend vorbereiten.
Somit steht man selbst nicht stundenlang in der Küche und hat mehr Zeit für das, was einem am Wichtigsten ist: die Menschen um einen herum, die man liebt und mit denen man die Zeit zusammen verbringen möchte.




Brotstulle mit
Ziegenfrischkäseaufstrich

1 Roggenbrot
300 g Ziegenfrischkäse
100 g weiche Butter
8 El gehackte Petersilie
1 Bund klein geschnittener Schnittlauch
3-4 Äpfel
Salz, Pfeffer

Zubereitung: Ziegenfrischkäse mit der weichen Butter gut verrühren.
Den zwei Apfel schälen, entkernen und fein würfeln.
Apfelwürfel, Petersilie und Schnittlauch mit der Ziegenfrischkäse-Butter vermengen. Mit Salz und Pfeffer würzen.
1-2 Äpfel in dünne Spalten schneiden.
Große Scheiben vom Brot abschneiden und den Aufstrich und die Apfelspalten darauf verteilen. Die Brotscheiben zusammen klappen und evtl. halbieren.


Das Mittsommerfest ist für mich und meine Familie inzwischen ein ebenso wichtiger Feiertag wie für die Schweden. Wir lieben diese Tradition und den Brauch gemeinsam den Sommer einzuläuten und stundenlang zusammen zu sitzen. Wir geniessen den lauen Sommerabend, an dem es in Schweden nie richtig dunkel wird und die Sonne niemals untergeht.




Focaccia mit
Spinat, Lachs und Zitrone

1 Rolle XXL-Pizzateig
( wer möchte kann den Focacciateig 
auch selbst zubereiten: hier* )
200g Schmand
2 El gehackten Dill
100 g aufgetauten und 
gut abgetropften TK-Blattspinat
1 Bio-Zitrone
1 El Zitronensaft
200 g Lachsfilet ohne Haut
Salz, Pfeffer

Den Backofen auf 200 °C Umluft vorheizen.
Den Pizzateig ausrollen und ca. 10 Teigkreise herausschneiden.
Die Teigkreise auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben.
Je 1 EL Schmand auf die Kreise geben. Den Blattspinat anschließend darauf verteilen.
Lachs in dünne Streifen schneiden und mit dem Zitronensaft beträufeln. Die Lachsscheiben ebenfalls auf den Focaccia verteilen und mit Dill bestreuen.
Die Bio-Zitrone und dünne halbe Scheiben schneiden und auf die Focaccia legen. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Im Backofen ca. 12 - 15 Minuten backen.
Schmecken warm wie auch kalt sehr gut.



Zum Sommer gehört einfach auch etwas Eiskaltes zu trinken. Und nichts kann mehr nach Sommer und Kindheit schmecken als selbstgemachte Limonade. Sie gehört für uns zum Sommer dazu und darf auf keinen Fall fehlen.
Denn lebt es sich nicht viel einfacher mit einem Glas eiskalter Limonade in der Hand und dem Blick aufs Wasser???




Selbstgemachte
Ingwer-Zitronen-
Minz-Limonade

1 daumengrosses Stück Ingwer
200 ml Zitronensaft
100 ml stilles Wasser
150 g Zucker
einige Blätter Minze

Zitronensaft und Wasser mit dem Zucker in einen Topf geben und erhitzen bis sich der Zucker aufgelöst hat.
Den Topf von der Herdplatte nehmen und den geschälten klein geschnittenen Ingwer mit der Minze dazugeben. Sirup abkühlen lassen und in eine saubere Flasche füllen.
Den Sirup in Gläsern verteilen und mit Mineralwasser aufgießen.



Wir geniessen die Stunden, schauen in den blauen Himmel und zählen dabei die Schäfchenwolken. 
Wir riechen den Sommer, schauen aufs Wasser und hängen unseren Gedanken nach.
Was wird uns dieser Sommer bringen? Welche großen Abenteuer warten nach diesem Sommer auf uns?



Melonen-Mozzarella-Salat
mit Pistazienpesto

Pistazienpesto
200 g geröstete und gesalzene Pistazien
Sonnenblumenöl
Saft einer halben Bio-Zitrone
Olivenöl
evtl. Salz

Die Pistazien schälen und in ein hohes Püriergefäß geben.  
So viel Sonnenblumenöl dazugeben bis die Pistazien bedeckt sind.
Pistazien mit dem Öl und dem Zitronensaft pürieren. 
Nun mit Olivenöl auffüllen, nochmals pürieren und so viel Olivenöl dazu geben bis ein geschmeidiges, fließendes Pesto entstanden ist. 
Evtl. mit Salz abschmecken. 
In ein verschließbares Glas geben.
Im Kühlschrank hält sich das Pistazienpesto ca. 4 Wochen.

Tip: Warum ich nicht nur Olivenöl verwende? Wenn man Olivenöl zu lange püriert kann es scharf und bitter werden. Deswegen püriere ich am Anfang immer erst mit einem neutralen Öl und geben erst am Schluß das gute Olivenöl dazu.

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Eine halbe Wassermelone
eine Honigmelone
200 g Mozzarella-Kügelchen

Aus den Melonen kleine Kugeln ausstechen. 
Mit den Mozzarella-Kügelchen mischen und alles in Gläsern aufteilen.
Beim Picknick kommt je nach Geschmack 1-2 El Pistazienpesto über den Melonensalat.



Blumenkränze dürfen natürlich bei einem Mittsommerfest nicht fehlen. 
Deswegen werden auf der Sommerwiese von uns allen gemeinsam Blumen, Gräser und Blätter gesammelt. 
Diese werden dann auf der Picknickdecke ausgebreitet und mit einem,von zu Hause mitgebrachten, Draht zu Kränzen zusammen gebunden.




Rhabarber-Erdbeeren-Crumble

120 g Mehl
70 g Zucker
60 g Butter
1 Eigelb
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800 g geputzen und geschälten Rhabarber
200 g Erdbeeren

Mehl, Zucker, Butter, 1 Eigelb und 1 El Wasser zu einem glatten Teig kneten.
Den Rhabarber in mundgerechte Stücke klein schneiden. Die Erdbeeren  je nach Größe halbieren bzw. vierteln. 
Erdbeeren und Rhabarber in einer Schüssel mit Zucker vermischen und für eine Stunde ziehen lassen.

Für den Crumble entweder kleine ofenfeste Gläschen, Muffinförmchen oder eine Auflaufform verwenden.... 
Etwas Teig mit den Fingern zu Streuseln zerkrümeln und auf dem Boden der Gläschen verteilen. 
Nun etwas Rhabarber-Erdbeeren daraufgeben und anschließend wieder einige Teigstreusel darüberstreuen.
Bei 180 °C für 20-25 Minuten goldgelb backen.





Und irgendwann neigt sich dann leider auch der schönste Abend dem Ende zu.
Glückselig laufen wir barfuß durch den Sand und schauen dabei zu wie sich minütlich das Sommerlicht verändert und dabei kleine Kunstwerke an den Himmel zaubert.
Die duftende Blumenkränze werden zu Hause ans Bett gehängt und lassen uns schließlich selig einschlummern.






Glad Midsommar
und 
Salut... Eure mellimille




Weitere Ideen für euer Mittsommerfest:





Midsommernacht: 




Dienstag, 14. Mai 2019

Rhabarber-Käsekuchen mit Baiser


Kaum gibt es die ersten Stangen Rhabarber zu kaufen, gibt es für mich kein Halten mehr: 
Jedes Wochenende wird gebacken - natürlich mit Rhabarber.
Alte Klassiker müssen wieder gebacken und neue Rezeptideen umgesetzt werden.
Gottseidank, mögen alle hier Rhabarber (Ok, die Jüngste mault manchmal etwas schnäubisch rum...), denn die kurze Zeit, in der es Rhabarber gibt,  muss genutzt werden.

( O-Ton Mutter: "Die Rhabarberzeit ist nur kurz. Da musst du jetzt durch!", O-Ton Tochter: "Ok, solange es nicht schon wieder Spargel gibt!", O-Ton Mutter: "Oh doch! Da - musst - du - durch!", O-Ton Tochter: "Ich ziehe aus!")  
Szenen einer Familie


Rhabarber-Käsekuchen
mit Baiser
Für den Boden:
200 g Mehl
100 g Zucker
120 g Butter
2 Eigelb

Mehl, Zucker, Butter, 2 Eigelb und 2 El Wasser zu einem glatten Teig kneten.
Etwas Teig für den Rand zur Seite legen. 
Teig dünn ausrollen und in eine mit Backpapier ausgelegte Springform legen. 
Bei 180°C den Tarteboden blindbacken.
Leicht abkühlen lassen. 
Aus dem übrigen Teig einen Rand formen und hochziehen. 
(Bei meinem Kuchen habe ich den Rand gleichzeitig mit dem Boden blindgebacken. Durch das anschließende Weiterbacken ist er mir zu dunkel geworden.)

Für die Käsemasse:
700 g Rhabarber
30 g Zucker
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800 g Quark
150 g Zucker
2 Päckchen Vanillepuddingpulver
3 Eigelb
Zitronenabrieb von einer Bio-Zitrone
500 ml Milch
250 ml Sonnenblumenöl

Rhabarber waschen, putzen, schälen. In kleine Stücke schneiden. Den Rhabarber mit dem Zucker in einer Schüssel vermengen und 30 Minuten ziehen lassen. Anschließend absieben (Den Saft auffangen; siehe Tipp!).

Quark mit Zucker, Vanillepuddingpulver, Eigelb und Zitronenabrieb verrühren. Die Milch und das Sonnenblumenöl nach und nach mit einem Schneebesen unterrühren.

Rhabarber auf den Teigboden geben. Die Quarkmasse darüber giessen.
Bei 180°C ca. 40 Minuten backen.
Kurz vor dem Ende der Backzeit wird das Baiser hergestellt.

Für das Baiser:
5 Eiweiß
150 g Zucker
1 Prise Salz

Eiweiß mit Zucker und der Prise Salz sehr (!) steif schlagen.
Auf den heißen Kuchen streichen.
Die Backofentemperatur auf 140°C reduzieren und für weitere 30 Minuten backen. 
Im ausgeschalteten Ofen abkühlen lassen.

Am besten schmeckt der Kuchen, wenn er eine Nacht Ruhezeit hatte.

Wer möchte, kann noch 500 g Erdbeeren waschen und klein schneiden. 
Mit 2 Tl Vanillezucker vermischen und für 1 Stunde ziehen lassen. 
Die Erdbeeren können dann zusammen mit dem Rhabarber-Käsekuchen serviert werden.


Kleiner Tipp: Ich koche die Schale des Rhabarbers und den aufgefangenen Rhabarbersaft mit ca. 1,5 l Wasser, etwas Zitronensaft und Zucker auf und lasse es für 15 Minuten köcheln. 
Anschließend durch ein Sieb in eine Flasche schütten. 
Mit Sprudelwasser oder Sekt gemischt schmeckt es einfach himmlisch!


Salut.... Eure mellimille



Folgende Rezepte mit Rhabarber findet ihr bei mir:


Donnerstag, 9. Mai 2019

Tarte aux pommes // Rezension: Das Honigmädchen von Claudia Winter

*Werbung//Rezension

Ferienzeit ist bei mir Lesezeit. Und so nutzte ich auch die vergangenen Ferien zum ausgiebigen Schmöckern.
Dieses mal durfte 'Das Honigmädchen' von Claudia Winter mitreisen und lag mit mir zusammen am Strand in der ligurischen Riviera.
Der Handlungsort des Romanes lag nur 30 Minuten von mir entfernt und so fühlte ich mich Camilla, Marie, Henri und den ganzen Anwohnern von Loursaqc sehr nah und verbunden.
Es passte einfach alles und ich wollte das Buch kaum mehr aus den Händen legen.
Überall roch es nach blühenden Bäumen und heranwachsenden Gras. Die ersten Bienchen summten herum und dabei das Meeresrauschen im Ohr... einfach Herrlich!
Nun möchte ich euch das Buch etwas näher vorstellen und es wartet noch das Rezept von Camillas Tarte aux pommes auf euch.



  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • von Claudia Winter
  • Verlag: Goldmann Verlag; 
  • Auflage: Originalausgabe (18. März 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442485746
  • ISBN-13: 978-3442485741


Klappentext des Buches: 
Die alleinerziehende Camilla kämpft an allen Fronten: Täglich muss sie sich im väterlichen Delikatessenhandel beweisen, während ihre fünfzehnjährige Tochter Marie gegen sie rebelliert. Und dann wird sie auch noch nach Südfrankreich geschickt, um mit einer Honigmanufaktur zu verhandeln – im Gepäck das tobende Mädchen und ihren nervtötenden Nachbarn, der sich ihnen spontan angeschlossen hat. Kein Wunder, dass sich das pittoreske Bergdorf Loursacq zunächst als wenig heilsam für die angespannten Gemüter erweist. Doch Camilla krempelt die Ärmel hoch – und lernt zwischen Tomatenstauden, Rebstöcken und Olivenbäumen, dass die guten Dinge im Leben erst dann auf zarten Flügeln herbeifliegen, wenn man bereit für sie ist...


Meine Meinung zu dem Buch:

Es ist bereits das 4. Buch von Claudia, dass ich gelesen haben und es gefiel mir wieder einmal ausgezeichnet. 
Claudia hat es auch diesmal wieder geschafft die Charakteren in ihrem Roman dem Leser sehr nah zu bringen. 
Die Personen 'fühlen' sich so echt an, das man am liebsten nach Südfrankreich fahren möchte um mit ihnen auf Henris Hof den Geburtstag mitzufeiern. 
Der Leser fühlt sich mit eingebunden und als Teil der Geschichte.
Ausserdem hat Claudia ein Händchen dafür, Landschaften bildlich zu beschreiben und lässt mit ihren Beschreibungen alle Sinne des Lesers anschlagen: wie riecht der blühende Lavendel? Wie schmeckt der goldfarbene Honig direkt aus den Wappen tropfend? Wie fühlt sich das Gras mit Morgentau an?
Als Leser sieht, hört, riecht und schmeckt man fast all diese Momente.

Als Mama von 2 pubertierenden Mädchen fühlte ich oft mit Camilla. Zum Glück habe ich ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Beiden, kann aber durchaus die Verwunderung und oft auch Verzweiflung von Camilla über das Verhalten von Marie nachvollziehen. Des öfteren musste ich auch wirklich mal lachen, weil ich mir jene gerade durchgelesene Szene bildlich vorstellte.
Camilla ist eine unheimliche taffe und starke Frau, die einfach noch nicht weiß was in ihr schlummert. Es sind die ungewöhnlichen Situationen im Leben, die solche Eigenschaften dann ans Licht bringen.
Henri, Tobias, Manon, Nikos, Marie und alle Einwohner des kleinen Dorfes Loursaqc sind unheimlich symphatisch und werden von dem Leser direkt ins Herz geschlossen - jeder auf seine Art und Weise.

Die gesamte Geschichte handelt über das Zusammenwachsen, Vertrauen, aufeinander zugehen und über Stolz & Vorurteil. Und natürlich über Liebe! Tobias, der etwas 'wilde' Nachbar von Camilla, habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Ich mochte seine lockere, aber auch sanfte und verständnisvolle Art. Zu bewundern ist auch seine Geduld für und mit Camilla.

Wie immer liebe ich die Rezepte, die am Ende des Romanes warten. Sie machen einfach Appetit auf das Land und auf die Leute und bringen den Leser wieder zurück; mitten in die Geschichte.

Während des Lesens des Romanes sah ich viele Szenen wirklich wie ein Film vor mir ablaufen. Ich finde dieser Roman wäre eine wundervolle Filmvorlage!

Ein wundervolles Buch!



Camillas Tarte aux pommes

3 säuerliche Äpfel
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100 g Mehl
50 g Zucker
60 g Butter
1 Eigelb
(ich habe noch den Zitronenabrieb 
einer Bio-Zitrone zu dem Teig gegeben)
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1 Ei
3 El Creme friache (Schmand)
3 El Joghurt
1 Vanilleschote
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Saft einer 1/2 Zitrone

Mehl, Zucker, Butter, 1 Eigelb und 1 El Wasser zu einem glatten Teig kneten.
Teig dünn ausrollen und in eine gebutterte Tarteform legen. 
Aus etwas Teig einen Rand hochziehen.
Bei 180°C den Tarteboden blindbacken.
Für den Guss Creme fraiche, Ei, Joghurt und das Extrakt der Vanilleschote verrühren.
Die Äpfel schälen ( Ich habe sie nur gewaschen und nicht geschält), in halbe Scheiben schneiden und mit Zitronensft beträufeln.

3 El von dem Guss auf den Tarteboden streichen und die Apfelscheiben fächerweise darauf legen. 
Den restlichen Guss über die Apelscheiben geben und die Tarte 20 - 25 Minuten bei 180°C backen.


Salut... Eure mellimille

Weitere Bücher von Claudia Winter:

P.S.: Lieben Dank an den Goldmann Verlag und Random House, die mir dieses Exemplar zur Verfügung gestellt haben.