Donnerstag, 17. November 2016

*Rezension: Die jüdische Küche von Annabelle Schachmes // Bratäpfel in Sahnekaramell


Winterzeit bzw. die Vorweihnachtszeit ist bei uns Schmökerzeit. Es gibt für uns nichts schöneres auf der Couch zu kuscheln, eingemümmelt in Decken, dazu eine Tasse heiße Schokolade und in die Nase in Bücher zu stecken. Bei meiner jüngsten Tochter sind es gerade die "Hihihi, ich bin ein Teeny und soooo verliebt!"-Storys. Bei meiner größeren Tochter hingegen sind Geschichten mit Vampire, Werwölf und etwas Blut der Hit. (Ein bissi Liebe darf dabei natürlich auch nicht fehlen.)
Mein Mann ist eher der Technikfreak und deckt sich am Kiosk mit Zeitschriften ein. Und Ich?! Tja, dreimal dürft ihr raten... Ich schmökere in Kochbüchern!
Seit kurzer Zeit habe ich einen neuen Zuwachs in meinem Favorite-Book-Board: 


  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Südwest Verlag (22. August 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3517095214
  • ISBN-13: 978-3517095219
  • (z.B. *Hier)


Der Verlag über dieses Buch: Gehen Sie auf eine einzigartige kulinarische und kulturelle Reise, bei der Sie das jüdische Volk und seine Küche kennenlernen! Von New York nach Tel Aviv über Tunis und Krakau – Annabelle Schachmes hat mehr als 160 traditionelle und neu interpretierte Rezepte gesammelt. Ob Würzmittel, Vorspeisen, Hauptgerichte, Beilagen oder Brot und Desserts: Die Gerichte aus aller Herren Länder bieten unwiderstehliche Ideen für den Alltag oder besondere Festtage. Tauchen Sie ein in die geschmackliche Vielfalt der jüdischen Küche, die von weltweiten Einflüssen, Traditionen und gelebter Veränderung geprägt ist und dabei doch ihre Seele bewahrt hat: einen Duft von hier und anderswo.




Mein Fazit: Ich liebe Kochbücher, die neben ihren tollen Rezepten auch eine Geschichte zu erzählen haben. Die einfach den Leser auf eine Reise mitnehmen. So, dass man das Gefühl von Fernweh bekommt. Und das man von einer neuer Kultur viel erfährt und für sich persönlich mitnehmen kann.
Die Bilder in diesem Buch sind wundervoll. Sie nehmen den Leser mit auf die Märkte von Jerusalem, in den Trubel von Tel Aviv und in die Küchen von vielen Israelis. 
Die Rezepte laden ein, sie nach zu kochen und in den vielen orientalischen Geschäfte nach Gewürzen zu suchen.

Das Buch hat einen stabilen Einband und die Seiten fassen sich gut an. Ein Leichtgewicht ist es nicht; es stecken einfach zu viele Rezepte, Bilder und Liebe in diesem Buch, und das ist auch gut so. 
Auch wenn man nicht gerade auf der Suche nach einem Rezept ist, nimmt man das Buch gerne zur Hand um darin zu blättern. In diesem Buch stecken nicht nur Rezepte, sondern auch Geschichten. Eine kulinarische Reise zwischen Tradition und Moderne.
Eingeteilt ist das Buch in folgende Kapitel: 
  • Vorwort
  • Einleitung
  • Gewürze, Eingelegtes & Würzmittel
  • Vorspeisen
  • Hauptgerichte
  • Beilagen
  • Suppen
  • Street Food & New York Delis
  • Brot & Backwaren
  • Desserts
  • Jüdische Feiertage
  • Register
  • Dank

Die ca. 160 Rezepte sind leicht verständlich und umzusetzen, allerdings sind nicht alle Rezepte unbedingt für Kochanfänger geeignet.
Einige Rezepte sind etwas zeitaufwendiger, andere Speisen können dafür schneller zubereitet werden.
Super fand ich die verschiedenen Schritt-für-Schritt-Seiten. Sie zeigen ganz genau wie z.B. geflochtene Kugel entstehen oder z.B. Honigzigarren.
Viele Speisen finden wir auch inzwischen in unserem Alltag wieder: Bagels, Böreks, Falafel, Hummus, Harissa, Pierogi...
Doch auch neu klingende Speisen sind zu finden: Jachnun, Krupnik, Mloukhia, Msoki, Nikitouches...
Schon an den verschiedenen Namen hört man, dass die jüdische Küche eine Weltküche ist. Auf der ganzen Welt verteilt, gab und gibt es Juden, die sich über all die Jahre an die Kultur und Tradition der Länder angepasst haben. 
Der Leser merkt diesem Buch an, wie viele Reisen und monatelange Recherchen rund um den Globus unternommen wurden. Amanda Sthers und Annabelle Schmes haben wirklich einen kleinen Schatz der jüdischen Küche erschaffen.
Ich kann diese Buch nur wärmstens empfehlen. 



Ich finde diesen Büchertipp zu dieser Jahreszeit gerade sehr passend. Eine Zeit, in der es doch auch viel um alte Traditionen, Familiengeschichten, Feiern und Essen dreht.
Viele Rezepte aus diesem Buch beinhalten Erinnerungen der Autorin an ihre Kindheit. Wie z.B. das Rezept von den Bratäpfeln in Sahnekaramell mit Matzenstreusel. Traditionell gab / gibt es immer an Rosch ha-Schana (jüdisches Neujahr) abends einen Dessert mit Äpfel. Dieses Fest wird nach dem gregorianischen Kalender Ende September / Anfang Oktober gefeiert und dauert 2 Tage. Zum Nachtisch wird Obst, Honig und Gebäck gereicht als Symbol, dass das neue Jahr süß und mild wird.
Bratäpfel gehören bei uns traditionell auch in die Weihnachtszeit und deswegen habe ich mich für diese leckere Bratapfelvariante entschieden:


Bratäpfel in
Sahnekaramell mit
Matzenstreusel
6 kleine Äpfel
50 g Butter
1 Tl Zimt
20 g brauner Zucker
-----------
120 g Zucker
25 g Butter
100 g süße Sahne
----------
Matzenmüsli

Backofen auf 200 °C vorheizen.
Äpfel waschen und mit einem Apfelausstecher das Kerngehäuse entfernen.
Butter, Zimt und Zucker mischen und die Äpfel damit füllen. (Tipp: Mischen und Äpfel füllen klappt am besten mit den Händen!)
Die Äpfel in eine Form geben und im Ofen für 25 Minuten braten.

Für das Karamell den Zucker in einem Topf langsam schmelzen und hellbraun karamellisieren. Den Topf vom Herd nehmen und die Butter und die Sahne zufügen. Die Masse wird nun wieder fest. Topf auf die Kochplatte zurück stellen und rühren, bis der Zucker wieder geschmolzen und ein cremiger Karamell entstanden ist. Die Bratäpfel großzügig mit Sahnekaramell überziehen und mit den Matzenstreusel bestreuen.


Matzen-Knuspermüsli
(von mir abgeändert)
100 g Matzenbrot
100 g Mandelblättchen
100 g Cashewkerne
50 g Pinienkerne
2 El brauner Zucker
120 g Honig
1 Tl Zimt
60 g Butter

Backofen auf 180°C vorheizen.
Das Matzenbrot zerkleinern auf ca. 1 cm kleine Stücke. (Ich habe den Mixer genommen.) Cashewkerne grob hacken. Matzen, Mandeln, Cashewkerne, Pinienkerne in einer Schüssel mischen.
Zucker mit Honig und Butter in einem Topf sanft erhitzen, bis alle Zutaten geschmolzen sind.
Die Honigmischung über die Matzenmischung geben und alles gut miteinander verrühren.
Die Masse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und gut verteilen. Im Ofen für ca. 20 Minuten backen. Dabei alle 5 Minuten das Müsli wenden. Nach der Backzeit das Müsli bei Zimmertemperatur abkühlen lassen.
Größere Müsliklumpen gegebenenfalls mit den Fingern zerkleinern.


Habt ihr Lust auf noch eine Buchempfehlung?
Dann hätte ich da nächste Woche noch etwas für Euch...
Macht es euch schön kuschelig und
Salut... Eure mellimille

*Vielen Dank an Random House und an den Südwest Verlag, die mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

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