Donnerstag, 24. November 2016

Julgodis Nr.1: schwedische Punschrollen bzw. Punschrullar / Dammsugare & eine *Rezension "Café der guten Wünsche"


Julgodis ist die schwedische Bezeichnung für Weihnachtssüßigkeiten. In der Adventszeit ziehen in den schwedischen Haushalten wieder viele, viele gepunktete Dosen mit süßem Inhalt ein. In Schweden ist es Tradition, sich die Adventszeit zu versüßen. Gerne wird abends im Kerzenschein in einem guten Buch geschmökert und dabei das ein oder andere Julgodis genascht.
Wie ich finde, eine sehr schöne Tradition, die es seit letztem Jahr auch im Hause Mellimille gibt.
Wie auch letztes Jahr möchte ich euch in der Vorweihnachtszeit mit nach Schweden nehmen und euch verschieden Julgodis vorstellen. Den Anfang machen diese leckeren Punschrollen, die es nicht nur zur Weihnachtszeit überall in Schweden gibt, sondern in grüner Form einem in fast allen schwedischen Bäckereien das ganze Jahr lang über den Weg laufen. 


Passend zum gemütlichen Fika ( schwedische Kaffeepause am Nachmittag) habe ich nun diese Punschrollen für Euch. Fehlt also nur noch ein Buch... Und guter Weise habe ich heute eine Buchvorstellung für euch:


  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (19. September 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3734102782
  • ISBN-13: 978-3734102783

Der Klappentext: Julia führt mit ihren Freundinnen Laura und Bernadette ein kleines Café mit einem ganz besonders charmanten Konzept: Jedem Gast wird heimlich ein guter Wunsch hinterhergeschickt. Julia wundert sich nicht, dass alle Gäste das Café glücklicher verlassen, schließlich glaubt sie an die Macht der guten Gedanken – die auch ihre große Liebe Jean zurückbringen soll. Alle anderen Männer hält sie deshalb auf Abstand – bis Robert sich mit (anfangs) unlauteren Mitteln in ihr Herz schleicht. Ist es seine Schuld, dass auf einmal manches schiefläuft? Oder braucht sie nicht nur Glück, sondern auch eine große Portion Mut, um sich wirklich auf die Liebe einzulassen?

Meine Meinung: Ich muss schon zugeben, ein wenig esoterisch wirkt das Ganze ja schon: ein Café, drei nette Mädels und viele gute Gedanken um die Welt besser zu machen.
Stellenweise dachte ich mir auch " Hallo, wacht auf! So ist nicht das Leben!". Aber die Idee, mit positiven Denken die Welt zu verbessern, ja, die hat was! So erwische ich mich des öfteren, seit ich das Buch gelesen habe, wie ich versuche meine Gedanken positiver zu gestalten. Eben eine Art "gesunden" Optimismus zu entwickeln. 
Das Buch ist eine einfache Leselektüre für nette Lesestunden im Urlaub oder eben an Winternachmittagen. 
Die Hauptfiguren sind alle symphatisch, auch wenn Julia (Hauptrolle im Buch) mir anfangs etwas zu naiv erscheint. Sehr gut gefällt mir ihre Entwicklung am Ende des Buches.
Die Story ist gut, aber alte Konflikte wiederholen sich immer wieder und (auch wenn ich mich jetzt wiederhole) mir ist die Geschichte doch ein wenig zu naiv, klischeebehaftet und einseitig.
Leider verspricht der Titel und das Cover des Buches mehr... Ich dachte, das dieses Buch mehr um das Café und um die Wirkung der guten Wünsche auf deren Gäste handelt. Aber nein! Leider dreht sich fast alles nur um Julia und ihre Gefühlswelt.
Mein Fazit: Ein nettes Büchlein, das an einem Nachmittag weggelesen ist. Das liegt wahrscheinlich auch an dem Schreibstil der Autorin, der einfach und angenehm ist.
Mir ist dieser Roman etwas zu naiv und (auch wenn ich eigentlich kitschige Romane mag) eine Spur zu kitschig. Die Idee der Story ist nett, aber ausbaufähig. Bei einer Fortsetzung rate ich, Julia etwas erwachsener wirken zu lassen und das es mehr um das Café und seine Wünsche geht.


Da dieser Roman mit einer Punschtorte beginnt und praktischerweise mit einer Punschtorte endet, habe ich mir für dieses Buch Punschtorte im handlichen Format vorgenommen. Diese schwedischen Punschrollen sind einfach der Kracher und gehören zu Schweden wie Köttbullar, Pippi Langstrumpf und IKEA.
In Schweden heißen sie Dammsugare, was soviel bedeut wie Staubsauger. Der Name leitet sich von der Form des Gebäcks ab. Diese erinnert an die tubenförmigen Staubsauger, die ab den 1920er Jahren in fast jedem schwedischen Haushalt zu finden gab.


Schwedische Punschrollen bzw.
Punschrullar / Dammsugare

Füllung:
300 g Kekse, Plätzchen oder Kuchenreste
100 g Zucker
2 EL Kakao
1 EL Vanilleextrakt
1 EL Arrack-Aroma 
100 g weiche Butter

Hülle:
400g Marzipan 
200 g Zartbitter-Kuvertüre
50 g gemahlene Pistazienkerne
etwas Puderzucker zum Ausrollen

Den Kuchen/Kekse/Plätzchen im Zerkleinerer fein zerkrümeln.
Alle Zutaten in eine Schüssel geben und gut durchmischen.
Aus dem Teig drei dünne Rollen formen und kurz in den Kühlschrank stellen.
Das Marzipan auf einer mit Puderzucker bestäubten Arbeitsfläche dünn zu einem großen Teigquadrat ausrollen. Die erste dünne Teigrolle auf den Streifen legen und einrollen, so dass das Marzipan die Kuchenmasse umhüllt. Die erste Rolle mit einem scharfen Messer von dem restlichen Marzipan trennen und in 5-6 cm kleine Stücke schneiden. Mit der zweiten und dritten Teigrolle ebenso verfahren. Die Kuvertüre schmelzen und die Dammsugare mit beiden Enden ca. 1 cm weit in die Schokolade tauchen. Mit den gemahlenen Pistazienkerne bestreuen und auf einem Backpapier trocknen lassen.


Wenn ihr sehen wollt, welche Julgodis es letztes Jahr gab, dann schaut doch mal hier:
Salut... Eure mellimille

*Vielen Dank an Random House und dem Blanvalet Taschenbuch Verlag, die mir dieses Buch als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt haben.

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