Sonntag, 20. Juli 2014

Ein kleines Stück von Bullerbü... Heidelbeertarte


 Vor vielen Jahren durfte ich meinen Sommer in Schweden verbringen.
Mit einer Freundin zusammen bestiegen wir damals meinen silbernen 
VW-Golf-Superblitz und düsten Richtung Travemünde.
Dort ging es auf die Fähre Richtung Trelleborg.
Vergessen war die Müdigkeit und der Wellengang.
Endlich Schweden!

Wir fuhren von Ort zu Ort.
Nie blieben wir länger als 2 Tage in der gleichen Stadt.
Mit einem Ziel vor Augen:

- Pipi Langstrumpfs Limonadenbaum
- Der Schuppen von Michel
- Bullerbü

( Ok, es waren mehrere Ziele! )


Auf dem Weg zu unseren Astrid-Lindgrens-Kindheits-Träume
kamen wir vorbei an wunderschönen Glasbläsereien,
zuckersüße Bonbonsmanufakturen und glitzernde Seen.
Wir fuhren durch kühle und dunkle Wälder,
vorbei an Elchfarmen, goldgelbe Kornfelder und
saftiggrün und blühenden Blumenwiesen.

Und genau auf solch einer Wiese,
kurz vor der Abfahrt Bullerbü,
tauchte wie aus dem nichts ein süßes kleine Café auf.


Zusammen mit meiner Freundin saß ich auf einer alten Holzbank
vor dem Café und wir tranken ein Glas Milch 
und naschten von frischen Blaubeeren mit Schlagsahne 
und lecker Heidelbeertarte.

Es war die beste Heidelbeertarte,
die ich je gegessen hatte.
Und weil sich der Sommer in Hessen gerade so anfühlt wie
der Sommer 1997 in Schweden und ich auf einmal die Bilder von damals 
in meinem Kopf hatte, musste ich eine Heidelbeertarte backen,
die genau so lecker schmeckt wie in dem kleinen Café 
kurz vor der Abfahrt Bullerbü.



Heidelbeertarte 
mit Puddingcreme

     150 g Mehl
   50 g gem. Mandeln 
     (mit Haut)
100 g Zucker
      1 Prise Salz
  1 Ei (Größe M)
       125 g Butter
    100 g Marzipan
         1-2 El Amaretto
300 ml Milch
1 Päckchen Puddingpulver "Vanillegeschmack" (zum Kochen)
   250 g Schlagsahne
   300 g Heidelbeeren
   1 x Tortenguss klar
Puderzucker zum Bestäuben
Fett und Mehl für die Form


Mehl, Mandeln, 60 g Zucker, Salz, Ei und Butter in Stückchen erst mit den Knethaken des Handrührgerätes, dann mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. 
Zugedeckt ca. 30 Minuten kalt stellen. 

Marzipan grob reiben. 
7 Esslöffel von der Milch abnehmen, Puddingpulver damit verrühren. Restliche Milch und 40 g Zucker in einem Topf erhitzen. 
Angerührtes Puddingpulver in die Milch geben, unter Rühren aufkochen. 
Vom Herd nehmen, Marzipan und Amaretto unterrühren. 
So lange rühren bis das Marzipan sich aufgelöst hat.
Unter gelegentlichem Rühren auskühlen lassen. 

Eine rechteckige Tarteform (20 x 28 cm) fetten 
und mit Mehl ausstäuben. 
Mürbeteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche rechteckig ausrollen. Tarteform damit auslegen, andrücken, 
überstehende Ränder abschneiden. 
Boden mehrmals mit einer Gabel einstechen. 
Mit Backpapier auslegen, mit Trockenerbsen füllen. 
Im vorgeheizten Backofen bei Umluft 175 °C auf der unteren Schiene ca. 20 Minuten blind backen, Trockenerbsen und Backpapier entfernen und ca. 5 Minuten weiterbacken. 
Auskühlen lassen. 

Sahne steif schlagen und locker unter die Vanillecreme heben. Creme auf dem Tarteboden verteilen, glatt streichen 
und ca. 30 Minuten kalt stellen.

Inzwischen die Heidelbeeren waschen und gut abtropfen lassen.
Heidelbeeren auf der Creme verteilen.

Tortenguss nach Packungsbeilage anrühren und köcheln. 
Anschließend auf die Heidelbeeren geben.
Tortenguss fest werden lassen.
 Bis zum Verzehr kalt stellen. 
Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.



So idyllisch wie das nun alles klingt,
war das Ende unserer Reise leider nicht...
... in einem idyllischen kleinen Wasserschloss 
knickste ich um und brach mir das Sprunggelenk.
Meine Freundin musste die komplette Strecke alleine zurück fahren,
vom Koffer schleppen will ich an dieser Stelle nicht ausführlich berichten.

Aber es bleibt unvergesslich...
das blaue leckere Glück von Bullerbü!

Salut..... Eure mellimille


Kommentare:

  1. Köstliches Küchlein und die Geschichte dazu ... herzallerliebst... ich kann mir das so richtig vorstellen, da möchte ich auch mal hin!!!
    Das mit gebrochenen Knöchel ist natürlich nicht herzallerliebst :(
    Drücker und schönen Sonntag noch
    Andrea

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    1. Andrea, du MUSST einfach mal nach Schweden! Du wirst es lieben!!!
      Knutschi
      Melli

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  2. Liebe Melli, danke für deine Schweden-Inspiration. Ich stimme mich schon drauf ein :-)
    Deine süße Schweden-Erinnerung klingt traumhaft! Falls ich in Schweden eine Heidelbeertarte esse, fotografiere ich sie für dich und denk mit jedem Bissen an dich :-D
    Schönen Abend noch & gute Nacht!
    Renate

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    1. Die Tarte schmeckt sehr, sehr, sehr lecker! Wir haben sie gerade verkostet. Die Puddingcreme hätte noch ein bisschen im Kühlschrank anziehen können...aber wir konnten es nicht mehr erwarten ;-)
      Ganz liebe Grüße, Renate

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    2. Ich freue mich sooooooo, dass es Euch geschmeckt hat!
      ..und ein bisserl neidisch auf deinen Urlaubstrip bin ich ja schon !!! Alles gute in einem vereint.... *seufz*
      Ich drück dich
      Melli

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  3. Liebe Melli,
    was für eine zauberhafte Geschichte (das Ende lass ich mal außen vor, zum Glück geht's Dir wieder besser. :D) Ich liebe Schweden, die Natur, die Elche, die Kornfelder - und dass Ihr Euch zu Pippi aufgemacht habt, klingt nach einem Riesenspaß. Die Tarte wäre sofort meine. Marzipan, Heidelbeeren und Knusperboden. Suuuuper lecker.
    Liebe Grüße
    Sarah

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    1. Vielen lieben Dank, Sarah und lass es weiterhin schön knuspern! ;-)
      Liebe Grüße
      Melli

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  4. Ein toller Gedankentrip zurück zu Deinen Schweden-Urlaub, da hat das Lesen wirklich Spaß gemacht! Danke fürs Teilhaben lassen und "Autsch" für Dein Sprunggelenk.

    Die Heidelbeertarte klingt große Klasse! Bin doch so ein Pudding- und Marzipanmensch.

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    1. Stimmt! Eine Persis-Tarte!!! ;-)
      Aber ich kann Euch alle trösten.... nach 17 Jahren ist mein Sprunggelenk fast wieder das Alte. Nur beim Verzehr von Heidelbeertarte fängt es so komisch an, warnend zu ziepen.... ;-)
      Ganz liebe Grüße in den hohen Norden...
      Melli

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